„Wir haben als Gesellschaft gemerkt, wie sehr wir einander brauchen“

Foto Bernd Eßling

Dekan Olliver Zobel zur Öffnung der Kirchen für Gottesdienste

Seit der Lockerung der pandemiebedingten Einschränkungen Anfang Mai scheint unsere Gesellschaft förmlich aufzuatmen.  Die Möglichkeit, nun wieder – unter Berücksichtigung besonderer Abstands- und Hygieneregeln – in den Kirchen Gottesdienste zu feiern, hat in vielen der insgesamt 42 Kirchengemeinden des Evangelischen Dekanates Ingelheim-Oppenheim Vorfreude aber auch eine gewisse Verunsicherung ausgelöst. „Werden wir die strengen Vorgaben, zu denen auch die Abfrage des Namens, der Adresse und der Telefonnummer der Gottesdienstbesucher zählt, erfüllen können?“, fragt man sich mancherorts.

Dekan Zobel
Foto Bianca Leone

Hygienekonzept nicht in jedem Kirchengebäude umsetzbar

Dekan Olliver Zobel ist dankbar, dass sich die Kirchenvorstände dennoch der Herausforderung stellen, ob und wenn ja wie ein Hygienekonzept für ihre Kirche möglich ist. Einige werden sehr schnell Entscheidungen treffen können, weil die bauliche Situation ihrer Kirche für solch‘ ein Konzept gute Voraussetzungen bietet. Andere werden feststellen, dass es kaum Sinn macht in einer Kirche einen Gottesdienst anzubieten, zu dem man höchstens neun Gäste zulassen kann. Außerdem müssen auch personell einige Auflagen erfüllt werden. So braucht man für jeden Gottesdienst einen Hygienebeauftragten – und den muss man erst einmal finden.

So werden wohl nach und nach in einigen Kirchen wieder Gottesdienste angeboten werden. Andere Gemeinden werden aber zurecht erst einmal weiterhin die Kirchen geschlossen halten und mit ihren Gemeindemitgliedern weiterhin in den Formen Gottesdienst feiern, wie sie sich in den letzten Wochen entwickelt haben (z. B. über das Internet oder mit Hilfe von Andachtszetteln oder Gemeindebriefen, die an die Gemeinde verteilt werden).

Durch Abstands- und Hygieneregeln geprägte Gottesdienste

Dekan Olliver Zobel freut sich zwar auch über die Wiederaufnahme der Gottesdienste: „Ich bin froh“, erklärt der Pfarrer, „dass Gottesdienste wieder stattfinden können, weil es eben für mich wieder ein wichtiges, öffentlich wahrnehmbares Zeichen dafür ist, dass wir auf der Suche nach einem neuen Alltag sind; dass wir versuchen, aus dieser Krisenzeit herauszukommen.“ Gleichzeitig weiß er aber auch, dass diese Gottesdienste, soweit sie denn den Vorgaben entsprechend möglich sind, anders sein werden ­– ganz anders, als es viele der Gemeindeglieder bisher gewohnt waren. „Das ist unsere Schwierigkeit in dieser Krise, dass Nähe und Gemeinschaft, die wir gerade jetzt so gerne anbieten möchten, in diesen durch Abstands- und Hygieneregeln geprägten Gottesdiensten nur schwer zu spüren sein werden.“

Kreative Gottesdienst-Alternativen weiter feiern

Zobel hofft, dass die Gottesdienstbesucher, trotz aller Auflagen, das von vielen ersehnte Gefühl der Gemeinschaft, der Geborgenheit und der Gottesbegegnung erleben werden. Jetzt müssen die Gemeinden erst einmal Erfahrungen sammeln: „Man wird sehen, was da möglich ist, welche Formen greifen und welche nicht.“ Gleichzeitig hofft er aber auch, dass die vielen kreativen Alternativen zur Seelsorge vor Ort und zu den „klassischen“ Sonntagsgottesdiensten in der Kirche, die in den Gemeinden durch das Engagement von Haupt- und Ehrenamtlichen entwickelt wurden, nun nicht ganz in den Hintergrund treten: „Ich bin sehr froh, dass Kolleginnen und Kollegen die Corona-Krise dazu nutzen“, erklärt der Dekan, „alternative Seelsorge- und Gottesdienstformen auszuprobieren. Noch haben wir nicht die Zeit, um das in Ruhe zu reflektieren, hoffen aber, dass wir uns ein paar Punkte über die Corona-Krise hinaus erhalten können.“

Neue Netzwerke von Haupt- und Ehrenamtlichen erhalten

Und er erläutert, dass die Weiterentwicklung der Gottesdienstkultur im Dekanat während der Corona-Krise einen kräftigen Schub nach vorne erhalten habe. Dazu gehört für Olliver Zobel z. B. die live im Internet übertragenen Gottesdienste. „Das könnte doch weitergehen“, so der Dekan, „auch wenn die Menschen wieder die Gottesdienste in den Kirchen feiern können. Warum sollen wir diese Form nicht weiter anbieten? So konnten wir jetzt schon neue Leute ansprechen und könnten es auch weiterhin.“ Der Theologe hofft außerdem, dass auch die Netzwerke innerhalb des Dekanates und der Gemeinden, die sich bei der Entwicklung gemeinsamer Projekte zur Bewältigung der Corona-Krise gebildet haben, weiterhin bestehen bleiben.

In der Gesellschaft das Miteinander wieder mehr diskutieren

Darüber hinaus hat er festgestellt: „Durch diese Krise haben wir auch als Gesellschaft gemerkt, dass wir einander mehr brauchen. Und ich hoffe natürlich, dass dieses „mehr Brauchen“ auch dazu führt, dass wir manche Prozesse in unserer Gesellschaft, wie ich es z. B. in Bezug auf die Vereinzelung der Menschen erlebt habe, dass vielleicht da manche Prozesse wieder mehr in Frage gestellt werden“. Seine große Hoffnung ist, „dass wir in unserer Gesellschaft wieder unser Miteinander diskutieren und wieder ein bisschen mehr zusammenrücken“. Gerade bei ethischen Debatten, wie der Frage zum Umgang mit dem jeweils Nächsten, sei Kirche ein wichtiger Ansprechpartner. „Politik kann immer nur versuchen, einen Kompromiss herzustellen und Schwerpunkte zu setzen“, ist der Dekan überzeugt, „aber es war schon immer so, dass ihr die Grundelemente und Werte von außen gegeben wurden, von Philosophen oder Theologen.“

Hilke Wiegers, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Evangelisches Dekanat Ingelheim-Oppenheim

„Die Menschen müssen Kirche positiv erfahren – egal wo!“

Pfarrerin Anne Waßmann-Böhm setzt als stellvertretende Dekanin auf mehr Kooperation

Beim ZDF-Fernsehgottesdienst mit Kirchenpräsident Volker Jung (rechts im Bild) in der Ingelheimer Saalkirche 2018 stellte Pfarrerin Waßmann-Böhm (Mitte) unter Beweis, wie souverän sie mit der medialen Öffentlichkeit umgehen kann. Foto: eöa/H. Wiegers.

Sie kennt sowohl das Dekanat Ingelheim als auch das Dekanat Oppenheim sehr gut. Hat während ihres 17-jährigen Wirkens als Pfarrerin sowohl die Herausforderungen des Dorfpfarramts als auch des Pfarramts in einem städtischen Mittelzentrum erfah-ren. Kein Wunder, dass die Synode des seit 1. Januar 2019 fusionierten Dekanates Ingelheim-Oppenheim Pfarrerin Anne Waßmann-Böhm am 14. Juni mit großer Mehrheit zur stellvertretenden Dekanin gewählt hat. Die Führungsspitze des neuen, größeren Dekanates ist damit komplett.

Seit dem 1. Juli 2019 hat die Theologin mit einer halben hauptamtlichen Stelle Führungsaufgaben im neuen Dekanat übernommen, während sie ihrer „alten“ Gemeinde, der Ingelheimer Saalkirche, mit einer halben Stelle als Pfarrerin erhalten bleibt. Im neuen Dekanat ist sie nun u. a. Ansprechpartnerin für die Prädikantenausbildung im Dekanat, die Erwachsenenbildung, die Seniorenarbeit und die Kirchenmusik. Langfris-tig liegt der frischgewählten stellvertretenden Dekanin in Bezug auf ihr neues Amt das Thema „Kooperation“ am Herzen. Waßmann-Böhm möchte der Frage nachgehen, „wie Kirche mehr Volkskirche sein kann. Wie sie mehr für die Menschen – für alle Menschen da sein kann und auch mehr zeigt, was sie kann und was sie bietet“. Und weil nicht mehr jede Kirchengemeinde alles alleine stemmen kann, „brauchen wir Koope-rationspartner“, so Waßmann-Böhm, „auch außerkirchliche. Damit unsere Kirchen und Gemeindehäuser wieder lebendiger werden“.

Aus Sicht der vier evangelischen Kirchengemeinden in Ingelheim kann die Theologin bereits über gute Erfahrungen mit Kooperationen berichten. So wird es im Sommer 2019, zusammen mit der Gau-Algesheimer Gustav-Adolf-Gemeinde, eine gemeinsame Sommerkirche geben, d. h. an jedem Sommerferien-Sonntag wird es nur noch einen zentralen Gottesdienst geben. Auch was die Konfirmandenarbeit betrifft, bauen die Ingelheimer Gemeinden, unterstützt von der Evangelischen Jugend im Dekanat Ingelheim-Oppenheim, auf eine verstärkte Kooperation. „Das war ein langer Weg“, erinnert sich Waßmann-Böhm, „aber es hat sich gelohnt und setzt sich in Ingelheim derzeit auch in Kooperationen u. a. mit der Kommune, dem Museum und den Vereinen fort. Wichtig ist mir dabei, dass die Menschen Kirche positiv erfahren, egal wo.“ Dazu gehört für Anne Waßmann-Böhm natürlich auch eine intensivere ökumenische Zusammenarbeit. Seit dem 1. Juli hat für sie nun der Arbeitsalltag als stellvertretende Dekanin begonnen. „Ich führe erste Gespräche mit den Prädikantenbeauftragten des Dekanates, plane ein Treffen mit den Kirchenmusikern und so werde ich mich erst einmal durch meine Aufgabengebiete durcharbeiten.“

Zwischen Gemeindearbeit und Dekanatsaufgaben bleibt da natürlich nicht viel Freizeit. „Aber wenn ich eine freie Minute habe“, so die Theolo-gin, „lese ich, das ist für mich die reine Entspannung, wenn ich in andere Welten eintauchen kann.“ So schnell wird ihr dafür kaum Zeit bleiben. Bis zu den Kirchenvorstandswahlen Ende 2021 ist ihre Amtszeit als stellvertretende Dekanin zunächst bemessen. Anne Waßmann-Böhm sieht dies als Chance „für meinen Kirchenvorstand, der mir erlaubt hat, für dieses Amt meine Stelle an der Saalkirche zu reduzieren, für mich, die ich herausfinden kann, ob es für mich gut ist, auf zwei ‚Baustellen‘ zu arbeiten und für das Dekanat, das überlegen kann, ob ich das Amt der stellvertretenden Dekanin gut und in ihrem Sinne ausfülle“.

Hilke Wiegers, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Evangelisches Dekanat Ingelheim-Oppenheim

„Immer wieder überdenken, was heute unser Auftrag ist“

Die Führungsspitze des Evangelischen Dekanates Ingelheim wurde verabschiedet

V. l. sehen Sie Präses Horst Runkel, Dekanin Annette Stegmann und den Propst für Rheinhessen und Nassauer Land, Dr. Klaus-Volker Schütz

Nur noch wenige Wochen bis zur Fusion der beiden Evangelischen Dekanate Ingelheim und Oppenheim. Am 11.1.2019 wird eine neue Dekanatsspitze von den gemeinsam im rheinhessischen Jugenheim tagenden Synodalen der beiden Dekanate gewählt werden. Das neu fusionierte Dekanat Ingelheim-Oppenheim wird seinen Sitz ab 1.1.2019 nicht mehr in Ingelheim, sondern in Nieder-Olm (Am Hahnenbusch 14b) haben. Am vergangenen Wochenende wurde die Ingelheimer Dekanin Annette Stegmann, Präses Horst Runkel und der amtierende Dekanatssynodalvorstand in der Ingelheimer Saalkirche verabschiedet. Der Propst für Rheinhessen und Nassauer Land, Dr. Klaus-Volker Schütz, dankte im Rahmen des festlichen Verabschiedungsgottesdienst dem Vorstand des Dekanates für die Arbeit vieler Jahre: „Sie haben mit ihrer Dekanin im DSV dafür gesorgt, dass die Dinge in der regionalen kirchlichen Arbeit voran gekommen sind – in der Ökumene, im Bereich der gesellschaftlichen Verantwortung, in der Jugendarbeit, in der Frauenarbeit, in der Flüchtlingsseelsorge, Diakonie, den Altenheimen und in der Öffentlichkeitsarbeit“. Propst Schütz dankte nicht nur der Dekanin und dem Präses, sondern auch Pfarrer Markus Weickardt, als stellvertretendem Dekan, Pfarrerin Karin Becker, Helmut Eiermann, Pfarrer Harald Esders-Winterberg, Helmut Lohkamp, Katrin Monz und Michael Weyl als Mitglieder des Dekanatssynodalvorstandes. Der Abschied bot auch eine gute Gelegenheit, Dekanin Stegmann einen Blick zurück werfen zu lassen, auch wenn sie noch bis zur Amtseinführung des noch zu wählenden Dekans im Frühjahr 2019 für das neue Dekanat Ingelheim-Oppenheim kommissarisch an der Spitze des fusionierten Dekanates stehen wird. Immerhin stand sie 20 Jahre an der Spitze des Evangelischen Dekanates Ingelheim: „In diesem Amt braucht es einen guten Stand und eine Haltung“, weiß die gebürtige Hessin und erinnert sich: „Ich war als ich vor fast 20 Jahren Stellvertreterin des Dekans Helmut Huber wurde und kurze Zeit später die kommissarische Leitung des Dekanates übernahm, die Jüngste unter den nur fünf Frauen, die bei der Dekanekonferenz der EKHN dabei waren“. Zu diesem Zeitpunkt, an der Wende zum 21. Jahrhundert, zeichnete sich mit der bevorstehenden Dekanatsstrukturreform ab, dass der zierlichen Theologin inmitten einer (noch) von Männern dominierten Pfarrerschaft einiges abverlangt werden würde. Um die „Mittlere Ebene“ der Kirchenleitung zu stärken, wurde das Dekaneamt hauptamtlich, und alle Dekanate wurden mit Handlungsfeldern wie Bildung oder Öffentlichkeitsarbeit ausgestattet. Aber nicht nur zunehmende Personal- und Finanzverantwortung kam nun auf die amtierenden Dekane zu, sondern auch der nächste schwierige Schritt in Form einer ersten Pfarrstellenbemessung. Was zur Folge hatte, dass die neu gewählte Dekanin Stegmann und ihre KollegInnen viele, z. T. harte Diskussionen um die Kürzung von Pfarrstellen erwarteten. Rückblickend weiß die mittlerweile langjährig amtierende Dekanin: „In einer Leitungsfunktion müssen Entscheidungen getroffen und nach außen vertreten werden – auch gegen äußere Widerstände.“ Das war nicht immer leicht, aber besonders schwierig wurde es, „wenn diese Entscheidungen persönlich genommen wurden, wenn die Menschen nur das Amt gesehen haben und nicht den Menschen dahinter“. Die Theologin hat aus diesen Erfahrungen ihre Konsequenzen gezogen: „So lasse ich mir heute bei Entscheidungen Zeit, halte Rücksprache mit Kollegen. Früher habe ich zu schnell agiert“. Dazu sieht sie heute – angesichts der wirklich großen menschlichen Tragödien, die sie auch als Dekanin begleiten musste – z.B. nach dem schrecklichen Unfalltod einer jungen Frau oder dem plötzlichen Tod eines Kollegen – den Streit um manche Entscheidung im Dekanat in einem neuen Licht: „Wenn es um die menschliche Existenz ging, dann fühlte ich mich ohnmächtig – das war am Schlimmsten. Ausgehend von dieser Erfahrung hätte ich gerne später bei mancher alltäglichen Streiterei alle Beteiligten darauf hingewiesen, dass wir uns besser darauf besinnen sollten, was wirklich unsere Aufgabe ist in der Kirche, in unseren Gemeinden, im Dekanat: Es kommt darauf an, dass wir die Botschaft verkünden.“ Dennoch – rückblickend hat Annette Stegmann die Vielfalt der Herausforderungen, die ihr das Amt der Dekanin bot, genossen. Angefangen beim abwechslungsreichen Berufsalltag, über die Vielfalt an Menschen und Begegnungen, die sie erleben konnte bis hin zu dem gemeinsamen, konstruktiven Gestalten, z.B. bei dem Projekt „gemeinsam evangelisch“, das sich mit der Gestaltung von Kirche in der Region beschäftigte. Diakonie und Ökumene lagen ihr besonders am Herzen, woraus folgte, dass sie nicht nur den Vorsitz des Verwaltungsrates des Regionalen Diakonischen Werkes Mainz-Bingen, den Vorsitz der Evangelischen Psychologischen Beratungsstelle im Landkreis Mainz-Bingen und der Stadt Mainz inne hatte, sondern auch den Vorsitz des Beirates für Notfallseelsorge (Wirkungsbereich Landkreis Mainz-Bingen). Herausforderungen wird sie auch in Zukunft in ihrem beruflichen Leben suchen, das sie als Pfarrerin in die rheinhessische Gemeinde Albig und (vorübergehend) auch als Beigabe von Propst Klaus-Volker Schütz wieder vermehrt in den Bereich der Seelsorge führt. Dazu möchte sie auch – nach einem absolvierten Masterstudium in Supervision – auch in der Supervision arbeiten, denn das macht ihr viel Freude. Wichtig ist der Theologin für die Zukunft: „Ich will für mein Leben keinen Stillstand. Ich suche neue Impulse, neue Anregungen, will dazu lernen, nicht stehen bleiben“. Und aus diesem Blickwinkel betrachtet sie auch die Zukunft der Kirche: „Kirche war und ist immer in einem Prozess, und das ist auch gut so. Es geht darum, immer wieder neu zu überdenken, was heute unser Auftrag ist. Wir müssen darum im Positiven ringen. Und so lange die Leute noch zu uns kommen und offen sind für Kirche, sollten wir da sein“.

Hilke Wiegers, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Evangelisches Dekanat Ingelheim-Oppenheim

Wichtige Weichenstellung für die Zukunft

Dekanat Wahlsynode Aufsicht Korr

Synode wählte Olliver Zobel zum Dekan und Helmar Richter zum Vorsitzenden des Dekanatssynodalvorstandes

Der neue Dekan des Evangelischen Dekanates Ingelheim-Oppenheim heißt Olliver Zobel. Für den bisherigen Pfarrer der Evangelischen Johanneskirchengemeinde Bingen entschied sich die große Mehrheit der Mitglieder der 1. Synode des Dekanates Ingelheim-Oppenheim bei der von dem Propst für Rheinhessen und Nassauer Land, Dr. Klaus-Volker Schütz, geleiteten Wahl im Jugenheimer Franz-Josef-Helferich-Haus. Der Theologe Zobel tritt sein Amt am 1. März 2019 an und ist für sechs Jahre gewählt.

Dekanat Wahlsynode Zobel Vorstellung korr

In seiner Vorstellungsrede vor der Synode umriss Pfarrer Zobel seine Vorstellungen vom Dekaneamt: „Ich möchte, wenn Sie mir dazu Ihr Vertrauen geben, als Dekan beobachten und beraten, planen und entscheiden, stärken und repräsentieren“. Zu seinen Zielen gehöre es außerdem, Kirche ein Gesicht zu geben und „die Stimme zu erheben, auch, um diese zu schützen, wenn Forderungen immer größer werden“. Neben der Wahl des Dekans stand mit der Wahl des Dekanatssynodalvorstandes (DSV) auf der Tagesordnung dieser konstituierenden Synode eine weitere wichtige Weichenstellung für die Zukunft des Dekanates. Kein Wunder, dass nicht nur überdurchschnittlich viele Synodale und Mitarbeitende des seit dem 1.1.2019 fusionierten Dekanates Ingelheim-Oppenheim nach Jugenheim gekommen waren, sondern auch zahlreiche VertreterInnen der Evangelischen Jugend im Dekanat Ingelheim-Oppenheim, des Diakonischen Werkes Mainz-Bingen, der Evangelischen Regionalverwaltung Alzey und der Evangelischen Psychologischen Beratungsstelle Mainz.

Auch bei der Wahl des Vorsitzenden des Dekanatssynodalvorstandes des Dekanates Ingelheim-Oppenheim herrschte bei den Synodalen große Einigkeit: Mit 77 von 82 abgegebenen Stimmen wurde der von der Steuerungsgruppe des Fusionsprozesses vorgeschlagene Mathematiker Helmar Richter gewählt. Richter, der bereits im Dekanat Oppenheim das Amt des Vorsitzenden des Dekanatssynodalvorstandes innehatte, umriss, als eines seiner Ziele, den Wunsch: „Kirche soll nicht nur für die Älteren attraktiv sein, sondern auch für die Jüngeren“. Positiv hob er hervor, dass die Region Rheinhessen immer noch von der Kirche geprägt sei, „das müssen wir uns bewahren“. Nun stand noch die Wahl weiterer Mitglieder des Dekanatssynodalvorstandes an, welcher laut eines zuvor von der Synode gefassten Beschlusses zukünftig elf Personen umfassen wird. In geheimer Wahl fiel die Entscheidung auf Pfarrer Harald Esders-Winterberg, Helmut Lohkamp, Christine Peter, Pfarrerin Manuela Rimbach-Sator, Hans-Peter Rosenkranz, Pfarrer Thomas Schwöbel und Beate Sieg. Die Wahl eines weiteren Mitgliedes des DSV sowie des bzw. der stellvertretenden Dekans bzw. Dekanin erfolgt auf der nächsten Dekanatssynode, die am 15. März 2019 stattfinden wird. Ebenso wird an diesem Tag über die Beauftragungen von Ehren- bzw. Hauptamtlichen des Dekanates Ingelheim-Oppenheim sowie die Besetzung der verschiedenen Ausschüsse entschieden.

Nach diesem umfangreichen Tagesordnungsprogramm schloss die Synode um 23.30 Uhr. Für die Synodalen endete damit ein langer, aber auch ergebnisreicher Sitzungsmarathon, der am frühen Abend mit einem besonders feierlichen Abendmahlsgottesdienst in der Jugenheimer Martinskirche begonnen hatte.

Hilke Wiegers, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Evangelisches Dekanat Ingelheim-Oppenheim

„Bewegen, berühren, verändern, Impulse setzen“

Erste gemeinsame Synode auf dem Weg zur Fusion der Evangelischen Dekanate Ingelheim und Oppenheim

Das Lied, mit dem der Auftaktgottes-dienst für die erste gemeinsame Synode der beiden Evangelischen Dekanate Ingelheim und Oppenheim in der Ingelheimer Versöhnungs-kirche begann, sollte für diesen Abend Programm sein: „Vertraut den neuen Wegen“. Denn gemein-sam wollten die rund 80 Synodalen weitere Schritte auf dem Weg zu einem gemeinsamen Dekanat machen.

Am 1. Januar 2019 werden die beiden Dekanate zu einer größeren Einheit mit Sitz in Nieder-Olm fusionieren. Auf dem Programm standen deshalb vor allem das gegenseitige Kennenlernen sowie ein Rückblick darauf, welchen Weg man bisher gemeinsam beschritten hat, und ein Beschluss darüber, welchen Namen das neue Dekanat haben wird.

Der Oppenheimer Dekan Michael Graebsch formulierte in seiner Predigt zum Gottesdienst, den er gemeinsam mit der Ingelheimer Dekanin Annette Stegmann hielt, die Hoffnung, die er mit der anstehen-den Fusion verknüpft: „Wenn wir jetzt gemeinsam diesen Weg weiter gehen, dann werden wir hoffentlich viel mit unserem fusionierten Deka-nat bewegen, berühren, verändern und Impulse in die Gesellschaft geben, die heute so wichtig sind“.

Im Anschluss gab der Präses des Dekanates Ingelheim, Horst Runkel, den im Gemeindesaal der Versöh-nungskirche versammelten Synoda-len einen kurzen Rückblick auf das bisherige Fusionsgeschehen. Unter anderem informierte er darüber, dass ein Gebäude für den Deka-natssitz in Nieder-Olm gefunden sei.

Grafik Peter Wagner

Gemeinsamer Dekanatsname: Evangelisches Dekanat Ingelheim-Oppenheim

Unter Punkt 4 der Tagesordnung stand die Namensfindung für das fusionierte Dekanat zur Diskussion. Eine schriftliche Abstimmung getrennt nach Dekanaten ergab, dass die Synodalen beider Dekana-te mehrheitlich für die Beibehaltung des bisher, entsprechend des EKHN-Kirchengesetzes zur Neuordnung der Dekanatsgebiete, genutzten Namens waren: Evangelisches Dekanat Ingelheim-Oppenheim. Im Anschluss kündigte der Oppenheimer Präses Helmar Richter an, dass angesichts der 2019 von der fusionierten Synode zu beschließenden neuen Pfarr-stellenbemessung bereits jetzt eine Arbeitsgruppe, bestehend aus Vertretern der beiden Dekanats-synodalvorstände, zur Festlegung der Kriterien dieser Neubemessung gebildet werden müsse. Auch Interessierte aus den Reihen der Synodalen seien willkommen.

Begegnung und Austausch

Nachdem der offizielle Teil der Synode unter „Verschiedenes“ mit Ankündigungen von Veranstaltun-gen in den beiden Dekanaten beendet war, schloss sich eine Gelegenheit zur Begegnung zwi-schen den Synodalen an. Sowohl das Dekanat Ingelheim als auch das Dekanat Oppenheim werden jeweils eine eigene Synode am 19. Oktober 2018 abhalten. Am 11. Januar 2019 findet dann die erste Synode des fusionierten Dekanates statt.

Hilke Wiegers, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Evangelisches Dekanat Ingelheim-Oppenheim

Evangelischen Jugendvertretung wählt neuen Vorstand

Ziel: Austausch und Kooperation im Dekanat Ingelheim-Oppenheim

Stück für Stück wachsen derzeit die beiden Evangelischen Dekanate Ingelheim und Oppenheim, die seit dem 1.1.2019 fusioniert sind, zusammen. Auch auf der Ebene der Evangelischen Jugendvertretung im Dekanat (EJVD) ist jetzt auf einer ersten Vollversammlung beider Dekanatsvertretungen in Nieder-Olm ein gemeinsamer Vorstand gewählt worden. Im neuen Vorstand sind als Vorsitzende Carolin Feid (Heidesheim) und Jeremy Jason Sieger (Jugenheim) gewählt worden. Weitere Mitglieder des Vorstands (Beisitzer) sind: Jonas Schmidt (Bingen, Johannesgemeinde), Annika Clement (Heidesheim), Pia Leuschner (Bodenheim), Antonia Laisa (Bubenheim), Jule Schwab (Nieder-Hilbersheim), Jana Sommerfeld (Nieder-Hilbersheim), Felix Claussen (Nierstein). Auch die neue Dekanatsjugendpfarrerin, Tanja Brinkhaus-Bauer, gehört dem Vorstand an. Dekan Olliver Zobel freute sich auf eine gute Zusammenarbeit mit dem neu gewählten Vorstand.

Der Übergangsvorstand, der aus den beiden Vorständen der EJVDs der ehemaligen Dekanate Ingelheim und Oppenheim bestand, hatte die EJVD-Vollversammlung als sozusagen letzte Amtshandlung vorbereitet. Die beiden Vorstände der ehemaligen Dekanate Ingelheim und Oppenheim legten jeweils einen Bericht der Vorstandsarbeit der letzten Zeit vor, die mit der Entlastung der beiden Vorstände von der Vollversammlung angenommen wurden. Beiden Vorständen wurde ausdrücklich und herzlich für die geleistete Arbeit gedankt, besonders auch im Hinblick auf die Fusion der Dekanate. Der Übergangsvorstand hat mit einer Geschäftsordnung die Weichen für eine weiterhin gelingende Arbeit der EJVD und des Vorstandes gestellt. Diese wurde von der Vollversammlung diskutiert und schließlich verabschiedet.

Neben den Wahlen beschäftigte die Vollversammlung der Evangelischen Jugend, zu der Jugendliche aus allen Gemeinden des Dekanates und VertreterInnen der Verbände in den Gemeinden (z.B. VCP, CVJM) eingeladen waren, die Frage, was kirchlich engagierte Jugendliche beschäftigt. Daraus sollen Themen für die zukünftige Arbeit des Vorstandes und ggf. auch für folgende Vollversammlungen abgeleitet werden. Die Jugendlichen nannten u. a. Gendergerechtigkeit, Klimawandel und Umwelt, Ökumene, Integration, Respekt allen gegenüber als Themen, mit denen sie sich derzeit auseinandersetzen. Darüber hinaus bietet die EJVD die Möglichkeit zu gegenseitigem Austausch und möchte die Zusammenarbeit der Gemeinden im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit und die Organisation gemeindeübergreifender Projekte unterstützen.

Hilke Wiegers, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, Evangelisches Dekanat Ingelheim-Oppenheim

Der neue Vorstand der EJVD Ingelheim-Oppenheim: v.l.n.r.: Dekanatsjugendpfarrerin Tanja Brinkhaus-Bauer, Jana Sommerfeld, Jeremy Jason Sieger, Carolin Feid, Felix Claussen, Pia Leuschner, Jonas Schmidt, Antonia Laisa, Annika Clement, Jule Schwab

Foto: Alexandra Scheffel